Gib einem Mann einen Fisch …

Nicht aus der Bibel, sondern von Konfuzius stammt der Spruch „Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben“. Diese Aussage muss man sich auch im digitalen Zeitalter vor Augen führen. Die zunehmende Automatisierung in allen Bereichen führt stetig dazu, dass wir die Grundlagen verlernen. Der Taschenrechner bewahrt uns vor dem Kopfrechnen, einen Rechenschieber kann fast niemand mehr bedienen und eine Zündkerze im Auto zu wechseln, dürfte so gut wie niemand mehr machen. Auch in der EDV ist dieser Trend sehr ausgeprägt. Leistungsstarke Programme mit umfangreichen Funktionen und Menüsystemen nehmen uns den Großteil der Arbeit ab (und jetzt kommt das große „ABER“), aber sie führen auch dazu, dass der/die Anwender(in) allzu häufig an seine Grenzen stößt, wenn er mit der EDV etwas machen möchte, was „menügeführt“ nicht so angeboten wird, wie er/sie es gerne hätte (ich höre jetzt wieder mit dem Gendering auf, da man damit ja wirklich einen Text oder Redefluß verhunzen kann).

Das führt auch dazu, dass es die Eingeweihten, die Magier gibt, die aus einem System sehr viel mehr rausholen, als man es für möglich hält. Diesen Eingeweihten (häufig Programmierer oder Techniker) begegnet man mit einer Mischung aus diversen negativen Gefühlen. Obwohl es für den Anwender so aussieht, als sei im Laufe der Jahrzehnte alles einfacher geworden, ist das ein Irrglaube.  Tatsächlich ist es komplizierter geworden. Früher musste man – egal welches technische Gerät man bedienen wollte – immer einen gewissen Lernaufwand erbringen. Der Preis für diesen Aufwand war, dass man häufig in die Lage versetzt wurde, mehr zu machen als das, wofür die Technik überhaupt gedacht war. Heute muss man zumeist gar nichts mehr erlernen, wenn man Technik (oder Software) bedienen möchte. Die Systeme machen alles selbständig. Der Preis (diesmal muss man ihn zahlen und erhält ihn nicht) ist, dass man hilflos ist, wenn die Technik nicht das macht, was man möchte.

Warum schreibe ich das hier überhaupt? Ganz einfach: Es ist immer unsere Intention den Anwendern die Möglichkeit zu geben, eigene Ideen zu verwirklichen. Nicht umsonst ist unser Motto „Transparenz+Werte System“. Im spezielle Fall wollte ein Verwalter eine spezielle Excel-Liste haben, die nur die Verfahren mit den zugeordneten Richtern enthält. Natürlich können wir eine solche Auswertung bauen und zur Verfügung stellen. Das kann der Anwender jedoch auch selbst machen. Wie das geht haben wir in einem Beispiel dargestellt. Das Beispiel ist gut dokumentiert und damit geben wir dem Anwender die Möglichkeit, darauf basierend noch weitere eigene Ideen zu verwirklichen.

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2 Kommentare zu Gib einem Mann einen Fisch …

  1. Verwalter69 sagt:

    Der Weisheit von Konfuzius ist nichts hinzuzufügen. In der Tat ist es erschreckend, dass das IT-Basiswissen des Anwenders immer weniger ausreicht, um die zunehmende Komplexität der immer schöneren und bunteren virtuellen Welt zu durchschauen. Von Beherrschung kann ja ohnehin schon lange nicht mehr die Rede sein. Das merkt man ja auch bei den heutigen High-Tech-Spielzeugen, bei denen – anders als früher – intuitive Erschließung der Benutzungssystematik von Gerätegeneration zu Gerätegeneration immer schlechter funktioniert (HiFi-Anlage, PKW-Bordcomputer, Haushaltsgeräte etc. pp.).

    Seit den Zeiten, als wir Basic-Programme aus Computerzeitschriften abtippten, um mehr oder minder sinnvolle Anwendungen auf unseren C64 zu zaubern, ist doch einiges geschehen. Informatik-Unterricht mit Pascal oder C (was war es damals noch gleich?) hat da auch nicht wirklich weitergeholfen. Manches lässt sich zumindest noch erahnen, hinterfragen und gegebenenfalls auch noch „benutzerdefiniert“ konfigurieren.

    Leider hat der beruflich gestresste Zeitgenosse von heute immer weniger freie Zeit und somit Muße, um sich im Sinne von „Selbsthilfe“ mit der Basicprogrammierung seiner Anwenderprogramme auseinanderzusetzen.

    Insofern bin ich dankbar, dass es Herrn Koppel gibt, der mit Enthusiasmus seine Programmierleidenschaft auslebt.

    • akoppel sagt:

      Danke für das Kompliment, ich setze mal statt meines Namens meine Mitarbeiter ein, denn die machen den größten Teil der Programmierung. Ich selbst komme ja (leider) kaum noch dazu. Insofern leite ich das Kompliment an meine Mitarbeiter weiter und freue mich.

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