Winkelfunktionen in der Finanzmathematik

Es ist schon erstaunlich, was man alles für die Auswertung von Buchhaltungsdaten braucht. Im Rahmen unserer Forensik-Tools müssen wir die Betrachtungen immer wieder auf eine neue mathematische Ebene heben. Wenn man sich Buchhaltungsdaten insolventer Firmen ansieht, dann sieht das auf den ersten Blick nicht groß anders aus als jede andere Buchhaltung auch, mit der Ausnahme natürlich, dass die Firma irgendwann insolvent geworden ist, die Buchhaltung also kollabiert. Eine magische Frage ist jedoch, ob man das auch schon sehr viel früher erkennen kann. Ist es möglich, aus der Art der Bewegungen auf den Konten zu einem frühen Zeitpunkt festzustellen, ob eine Firma in die Insolvenz gehen wird. Wenn diese Frage bejaht werden kann, dann ergeben sich damit höchst interessante Hebel, sowohl was die Insolvenzverschleppung angeht, als auch die Möglichkeit, Gelder aus vergangenen Geschäften zurückzufordern (siehe hierzu die diversen HGB- und BGB-Gesetze). Wie oben schon gesagt, kommt man mit einer „einfachen“ Analyse der Finanzdaten nicht weiter – egal wie vollständig die Daten sind -, denn selbst umfangreiche Kontenausschläge oder eine stete Verminderung der Mittel ergeben keine ausreichende Information (solche einfache Betrachtungen wurden in der Vergangenheit hinreichend erfolglos durchgeführt).
Jede Firma hat ihren eigenen „Fluß“ in Bezug auf die Finanzen. Daraus ergibt sich, dass weder einfache Statistik noch Merkmalssuchen zu einem Ergebnis führen. Der deutlich vielversprechendere Weg ist ist, diesen „Fluß“ der Finanzen mathematisch darzustellen und dann den Punkt zu finden, an dem die Abweichungen auftreten. Hat man den oder die Punkte gefunden, ist der Mensch wieder gefragt, um festzustellen, was an den strategischen Stellen passiert. Um solche Betrachtungen anzustellen, müssen Steigungs- und Regressionsberechnungen durchgeführt werden. Tatsächlich landet man hierbei sehr schnell bei Berechnungen mit komplexen Zahlen oder – wenn man die komplexen Zahlen umgehen möchte – bei hyperbolischen Winkelfunktionen. Die sich daraus ergebenden Aussagen sind überaus vielversprechend. Es können so insolvenzrelevante Sachverhalte aufgezeigt werden, die bei einer „normalen Betrachtung der  Buchhaltung“ schlicht unsichtbar bleiben. Beweisbar ist all das, die nun noch anstehende Aufgabe ist jedoch, dass Ganze so aufzubereiten, dass die zugrunde liegende Mathematik so leicht nachvollziehbar ist, dass im Streitfalle die Beteligten die Zusammenhänge nicht in Zweifel ziehen. Für den Verwalter ist das ein enormer Vorteil, da auf diesem Wege in erheblichem Maße die Masse erhöht werden kann – vorausgesetzt, die so aufgezeigten Sachverhalte werden durchgesetzt.
So kommen die Winkelfunktionen in die Finanzmathematik.

2013.05.27 Addon
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2 Kommentare zu Winkelfunktionen in der Finanzmathematik

  1. Riegel sagt:

    Betr. Winkelfunktionen in der Finanzmathematik

    In dem Beitrag heisst es, dass die Aufgabe noch darin bestehe, die zugrunde liegende Mathematik anwenderfreundlich aufzubereiten. Ich würde mir das Ganze gern‘ mal ansehen – als Mathematiker habe ich mit solchen Aufbereitungen viel Erfahrung.

    • akoppel sagt:

      Da wir die Auswertungen mit Wolfram-Mathematica gemacht haben, braucht man diese Software, um mit der Auswertung „rumzuspielen“. Die Home/Student-Version reicht aus. Sie können mich gerne via email an akoppel@akso.de kontaktieren, so dass wir darüber reden.

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